Vom Besetzen zum Aneignen – vom Enteignen zum Vergesellschaften.

Stadtspaziergang zu urbanen Kämpfen in Frankfurt
Di. 17. Mai. 2022

Frankfurt am Main

18:00 Uhr
Alte Oper (am Brunnen), Opernplatz
Vom Besetzen zum Aneignen – vom Enteignen zum Vergesellschaften.
Stadtspaziergang zu urbanen Kämpfen in Frankfurt

Im Anschluss ab ca. 19:30 Uhr am KOZ/Studierendenhaus: Kaltgetränke und Infos zur Enteignungskonferenz in Berlin

Am Wochenende vom 27. bis 29. Mai lädt die Initiative Deutsche Wohnen & Co. enteignen zu einer großen Enteignungskonferenz nach Berlin ein. Das Thema ist nicht unbekannt. Im Stadtraum wird Politik gemacht: durch Gentrifizierung und Abschottung, durch Mietenwahnsinn und Verdrängung, durch Anpassung an die Interessen von Investoren. Dagegen setzt Deutsche Wohnen & Co. enteignen mit der Forderung nach der Enteignung und Vergesellschaftung großen Wohnungskonzerne in den letzten Jahren einen deutlichen Punkt: Basta, es reicht! Mindestens in Berlin findet diese Position viel Anklang: Die Mehrheit der Berliner*innen hat beim Volksentscheid letzten September mit »Ja« gestimmt – zum großen Schrecken von Politik und Investoren. Jetzt wird um die Umsetzung gerungen, der Ausgang ist offen.
Urbane Kämpfe gegen die kapitalistische Wohnungswirtschaft und ihre staatlichen Helfershelfer gibt es aber nicht erst seit Kurzem. Gerade Frankfurt am Main als aufstrebende Global City der Finanzindustrie erlebte in den 1970er und -80er Jahren massiven Widerstand gegen die Zurichtung der Stadt für Kapitalinteressen. Eine Welle von Hausbesetzungen, Mietstreiks, Massendemonstrationen auf der einen Seite – Polizeirazzien, gewaltsame Räumungen, Wasserwerfer und Tränengas auf der anderen. Der »Frankfurter Häuserkampf« fand im Frankfurter Westend statt: Hier wurden zwischen 1970 und 1974 über 15 Häuser durch Besetzer*innen angeeignet, oft nur für wenig Stunden – einige für mehrere Jahre. Die Ruhe der Expropriateure war gestört.
Wir wollen mit einem Stadtspaziergang durchs Westend auf die Orte (und die Kämpfe) in Frankfurt hinweisen – von der Alten Oper bis zum ehemaligen »Block« der vier besetzten Häuser an der Bockenheimer Landstraße, wo auf deren Trümmern die Staatsbank KfW ihre Zentrale errichtet hat: Verdrängte Geschichte, die nicht vergehen darf. Und wir wollen informieren und diskutieren über die Gegenwart: Über die aktuelle Wohnungskrise, die Rolle von Vonovia, Deutsche Wohnen & Co. in Frankfurt und die Enteignungskonferenz in Berlin, zu der wir gemeinsam fahren wollen (alle Infos, Programm und Anmeldung unter https://konferenz.dwenteignen.de).


Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linke (IL) Frankfurt

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